Humor

Andrea Kappler

Humor

1.11.Spaß und Lachen

Menschen in der Starre und Verhärtung erkennt man daran, dass Humor ein Fremdwort sein kann.

Manchmal spüre ich während oder auch erst nach einer Begegnung eine große Schwere bei meinem Gegenüber, die mich unter Umständen erst einmal selbst mit hinunterzieht, bis ich es realisiere, dass ich mich aus diesem Energiefeld schnell wieder herausziehen muss.

Ich freue mich zum Beispiel jemanden zu treffen, den ich lange nicht mehr gesehen habe und bringe meine Freude darüber direkt zum Ausdruck.

Plötzlich kommt mir eine Antwort entgegen, gespickt mit unterdrücktem Zorn, projizierten Vorwürfen oder unendlicher Schwere. Daran, dass ich noch eine Weile an dieser Begegnung herumhirne, um mein seltsames Gefühl einordnen zu können und dass es manchmal schwerfällt wieder ganz loszulassen, wird mir bewusst, wie Humor, Freude und Leichtigkeit erst ab einer bestimmten Heilungsphase gespürt und gelebt werden können. Damit kann ich es dann auch wieder ganz bei dieser Person lassen.

So ist herzliches Lachen sowohl ein Ausdruck von Gesundheit, als auch ein „therapeutischer“ Weg in die Gesundheit. So kann man mit Lachyoga oder auch der Lach-Meditation nach Osho gezielt den Körper ins Lachen bringen und damit in jeder Zelle Heilung bewirken.

Wann hast Du das letzte Mal so gelacht, dass Dein Bauch und Deine Lachmuskeln wehgetan haben?

Lachen erhöht nachweislich den Sauerstoffgehalt im Blut, bewegt das Zwerchfell und massiert damit gleichzeitig alle anliegenden Organe wie Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse,Milz, Lunge, Nieren…

Beim Lachen gerät alles in Bewegung, was die Übersetzung von „humoral“ schon erklärt, denn das sind Körperflüssigkeiten. Und Flüssigkeiten sollten fließen, wenn sie die Selbstheilung anregen sollen…

So ist der Sinn für Humor bei meinen Klienten in meiner Praxis über die längere Zeit der Wegbegleitung für mich auch ein Indiz, wie die Selbstheilungskräfte bei meinen Klienten gerade wirken können.

Die Krönung ist dann, wenn wir es schaffen, auch immer mehr über uns selbst zu lachen und uns nicht mehr so ernst zu nehmen. Dadurch identifizieren wir uns mehr und mehr mit einer höheren Bewusstseinsebene und können, ganz im Sinne von Loriot, menschliche Schwächen sehen, annehmen, ohne sie zu verurteilen und ganz nebenbei auch uns selbst mit unseren Unzulänglichkeiten lieben und darüber lächeln lernen. Ein wertvoller Schritt hin zu einem System in dem die Selbstheilungskräfte mit jedem Lachen mehr fließen und ihren Job tun können.

Doch ich will noch erwähnen, dass es auch ein Lachen gibt, das automatisert bei jeder Gelegenheit eingesetzt wird, weil man gelernt hat auf diese Art sich von sich selbst zu trennen. Ich nenne das, wenn es wie ein Ausbruch kommt „Verzweiflungslachen“. Zwar werden trotzdem Endorphine ausgeschüttet, was ja schon viel vorteilhafter für unsre Gesndheit ist, als wenn wir andere Muster hätten und doch ist es bei manchen Menschen ein angelerntes Verhalten, das verbergen soll, wie die wahren Gefühle aussehen. Doch für das Gegenüber ist der Unterschied trotzdem meist, ob bewusst oder unbewusst, gut zu spüren, denn ein Lachen von Herzen kann man nicht immitieren. Es ist eine völlig andere Energie.


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